Wartung, Inspektion, Störanfälligkeit thermischer Solaranlagen

Bei einer Lebenserwartung von mindestens 20-25 Jahren, ist eine regelmäßige Wartung und Inspektion der thermischen Solaranlage sehr wichtig. Wir möchten näher auf das Thema Wartung, Inspektion und Störanfälligkeit einer thermischen Solaranlage eingehen, damit Sie wissen worauf zu achten ist.

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Wartung einer Solarthermieanlage

Eine Wartung ist wesentlich umfangreicher als eine jährlich durchgeführte Inspektion. Jedoch gilt eine Solarthermieanlage in der Regel als wartungsarm. Im Gegensatz zu herkömmlichen Heizsystemen bestehen zwar bei thermischen Solaranlagen keine gesetzlichen Regelungen zur Wartung, jedoch empfehlen wir zur Sicherstellung der Effizienz und Betriebssicherheit alle 3-6 Jahre eine Wartung durchführen zu lassen. In vielen Fällen kann eine Solarthermieanlage bei regelmäßigen Wartungen eine Lebenserwartung bis zu 30 Jahren aufweisen, auch wenn nach dieser Zeit kleinere Leistungseinbußen erkennbar werden.
Welche Aufgaben bei der Wartung einer Solarthermieanlage anstehen, möchten wir Ihnen gerne mit einer Checkliste aufführen.

  • Zu allererst sollten alle Komponenten der Kollektoren, Armaturen, Verbindungen, Anschlüsse und letztlich bis zur Dämmung nach Mängel untersucht werden. Gerade der Zustand des Dämmmaterials sollte gründlich untersucht werden, da die Solarrohre einer thermischen Solaranlage nicht der Energiesparverordnung unterliegen und somit keine vorgeschriebene Dämmschichtdicke aufweisen müssen. Bei einer schlechten oder defekten Wärmedämmung der Rohrleitungen kann es zu enormen Verlusten der Wärme und somit zu erheblichen Ertragseinbußen führen. Sollten bei der Überprüfung Mängel an den Komponenten festgestellt werden, sollten diese zeitnah behoben werden um weitere Einbußen zu verhindern.
  • Sichtprüfung aller Abdeckungen, Befestigungen und der Fühlerleitung.
  • Die Solarflüssigkeit sollte auf ausreichend Frost- und Korrosionsschutz untersucht werden. Außerdem sollte das komplette Gemisch nach etwa 10 Jahren komplett ausgetauscht werden.
  • Der Wärmespeicher wird ebenfalls gewartet.
  • Die Kollektoren und Verrohrungen sollten auf Undichtigkeit untersucht werden, da sie den Witterungseinflüssen stetig ausgesetzt werden. Auch alle Materialien sollten nach Tierschäden und Alterungsprozessen untersucht werden.
  • Der Volumenstrom sollte bei Bedarf eingestellt werden. Bestenfalls sollte dieser Prozess alle zwei Jahre durchgeführt werden.
    Die Kosten der Wartung belaufen sich auf circa 50-100€. Sollten jedoch Reparatur- und Reinigungsarbeiten notwendig sein, müssen diese zusätzlich entrichtet werden. Für einen Wartungsvertrag bezahlen Sie jährlich circa 100€.

Maßnahmen Wartung alle 3-6 Jahre:

  • Entlüften aller Entlüftungsorgane
  • Anlagenbetriebsdruck prüfen
  • ph-Wert testen
  • Frostschutz kontrollieren
  • Werte Durchflussmesser/Volumenstrom prüfen
  • Schwerkraftbremse überprüfen
  • Funktion sämtlicher Ventile kontrollieren
  • Einwandfreie Funktion der Pumpe feststellen
  • Betriebsweise des Reglers prüfen
  • Fühler und Thermometer prüfen
  • Dokumentation der Mess- und Einstellungswerte
  • Kollektorfläche auf Verschmutzung kontrollieren
  • Kollektorenabdeckung und Befestigung prüfen
  • Dämmung prüfen
  • Sichtprüfung von Armaturen, Anschlüsse und Verbindungen
  • Speicherwartung
Warung von thermischen Solaranlagen - Solarthermie

Wartungsintervalle

Zwar sind thermische Solaranlagen relativ wartungsarm, jedoch sollte eine Kontrolle der Anlage regelmäßig durchgeführt werden. Somit werden kleinere Defekte oder Fehlfunktionen frühzeitig erkannt und können schnell behoben werden, ehe es zu Anlagenschäden oder hohen Leistungseinbußen führt. Wir empfehlen einen Wartungsintervall von 3-6 Jahren und das bestenfalls im Herbst.

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Inspektion einer Solarthermieanlage

Nachdem eine Solarthermieanlage in Betrieb genommen wurde, erfolgt die erste Inspektion. Diese wird auch vom Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik e.V. (BDH) branchenweit empfohlen. Sollten Mängel in dieser Nachkontrolle auftreten, können diese rechtzeitig behoben werden. Eine Inspektion ist jedoch weniger umfangreich als eine Wartung. Welche Aufgaben bei einer Inspektion anfallen, möchten wir Ihnen hier in einer kleinen Checkliste darstellen.

  1. Entlüftung des Solarkreislaufes.
  2. Kontrolle des pH- und Frostschutzwerts der Solarflüssigkeit.
  3. Der Anlagendruck und Volumenstrom sollten mit den Sollwerten verglichen werden.
  4. Plausibilitätsprüfung der Werte des Solarreglers.
  5. Die Solarkreis-Umwälzpumpe sollte nach Geräuschen( Luft- oder Kavitationsgeräusche) untersucht werden.
  6. Weisen die Kollektoren Verschmutzungen auf?
  7. Funktionsprüfung von Öffnung und Schließung des Rückschlagventils.
  8. Thermostatisches Mischventil sollte auf Gängigkeit untersucht werden.

 

Außerdem sollten alle Anlagenwerte und Ergebnisse dokumentiert werden, um diese bei der nächsten Inspektion oder Wartung miteinander vergleichen zu können.

Inspektionsintervalle

Eine Inspektion sollte bestenfalls jedes Jahr stattfinden, somit können Probleme schnell erkannt und behoben werden.

Solarflüssigkeit

Die Solarflüssigkeit dient als Wärmeträger und wird mit Hilfe der Solarkreis-Umwälzpumpe durch die Solarrohre von Kollektor bis zum Wärmespeicher und wieder zurück befördert. Sie besteht aus Wasser, Korrosionsschutz (Inhibitoren) und Frostschutz (Propylenglykol). Mittels Refraktormeters oder Aerometers kann ermittelt werden, ob der Frostschutz bis -25°C sichergestellt ist. Der pH-Wert sollte bei der Solarflüssigkeit mindestens 7 betragen. Es kann durchaus vorkommen, dass die Flüssigkeit schlecht wird und somit kein Frost- und Korrosionsschutz gewährleistet ist. Deshalb sollte nach circa 10 Jahren ein kompletter Austausch erfolgen. Dieser Prozess des „Umkippens“ kann durchaus eher auftreten, zum Beispiel wenn durch Überhitzung oder Oxidation der Altersprozess vorangetrieben wird. Wenn die Solarflüssigkeit plötzlich ein stechender Geruch oder eine bräunliche Verfärbung aufweist, ist dies ein erstes Indiz für das Auftreten des Alterungsprozesses. Auch können Sie anhand geeigneter Messgeräte den pH-Wert kontrollieren. Sollte sich dieser Wert unter 7 befinden, spricht dies für eine schlecht gewordene Solarflüssigkeit und sollte in diesem Fall sofort gewechselt werden.
Sollte ein kompletter Austausch der Solarflüssigkeit notwendig sein, sollten die Leitungen jedoch vor dem erneuten Befüllen mit klarem Wasser durchgespült werden, um vorhandenen Schmutz aus den Leitungen zu entfernen und einen idealen Durchfluss zu garantieren. Außerdem ist nach dem Befüllen der neuen Solarflüssigkeit darauf zu achten, dass der Solarkreislauf entlüftet wird.

Störanfälligkeit

Durch die unterschiedlichen Temperaturen im System, kann der Druck der Anlage stark variieren. Dieser Druck wird jedoch durch das Ausdehnungsgefäß kompensiert. Beim Befüllen der Solarflüssigkeit zum Beispiel, liegt die Temperatur bei circa 20°C, doch der Anlagendruck kann bei mittleren Temperaturen bis zu 80°C ansteigen. Eine Abweichung des Drucks nach oben, stellt jedoch noch kein Problem dar. Wenn der Betriebsdruck allerdings stark nach unten abfällt, führt dies zu Unterbrechungen des Solarkreisvolumens und führt automatisch zu Einbußen der Leistung. Der Grund des Anlagendruckabfalls ist meistens auf eine Leckage innerhalb der Rohrleitungen zurückzuführen und sollte schnellstmöglich gefunden und behoben werden. Der Betriebsdruck richtet sich in der Regel nach dem benötigten Vordruck des Membran-Druckdehnungsgefäßes und ergibt sich aus der statischen Anlagenhöhe. Je größer die Höhendifferenz zwischen Kollektor und Ausdehnungsgefäß, desto höher muss der Anlagendruck eingestellt werden. Ein Vergleich des Ist-Wertes durch das Abnahmeprotokoll kann Aufschluss über die Veränderungen des Drucks geben. Den aktuellen Betriebsdruck können Sie anhand eines Manometers ermitteln.

Schäden und Verschmutzungen

Spätestens bei der Wartung sollten die Kollektoren auf Verschmutzungen untersucht werden. Sollten die Kollektoren starke Verunreinigungen aufweisen, sollte eine Säuberung durch professionelle Dienstleister erfolgen, da dies unweigerlich zu erheblichen Ertragseinbußen führen kann. Eine verschmutzte Glasabdeckung lässt bei Weitem nicht mehr so viel Sonnenenergie durch. Jedoch ist eine starke Verschmutzung in der Regel selten. Bei einer Sichtprüfung können auch Schäden an der Wärmedämmung, zum Beispiel durch Alterung, Tierbisse oder durch das Picken von Vögeln erkennbar werden. Aus diesem Grund wird empfohlen die Wärmedämmung die im Außenbereich verlegt wurde, durch eine robuste Ummantelung zu schützen.

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